Ästhetische Medizin · Dr. Harris

Hyperhidrose

Übermässiges Schwitzen ist ein medizinisches Beschwerdebild, keine Frage der Hygiene. Vor jeder Behandlung steht die Frage, ob eine zugrunde liegende Ursache vorliegt.

Konsultation CHF 50 · Preis nach Aufwand

Behandlung

Hyperhidrose

Von Hyperhidrose spricht man, wenn die Schweissproduktion deutlich über das hinausgeht, was zur Regulierung der Körpertemperatur nötig ist. Betroffen sind am häufigsten die Achseln, daneben Handflächen, Fusssohlen und die Kopfhaut. Der Leidensdruck ist meist sozial: durchnässte Kleidung, Vermeidung bestimmter Stoffe und Farben, Unsicherheit bei Begrüssungen, Präsentationen oder Terminen.

Zuerst die Abklärung.

Unterschieden wird zwischen primärer Hyperhidrose, die meist in der Jugend beginnt, symmetrisch auftritt und im Schlaf nachlässt, und sekundärer Hyperhidrose als Folge einer anderen Ursache. In Frage kommen unter anderem eine Schilddrüsenüberfunktion, hormonelle Umstellungen, Blutzuckerstörungen, Infektionen, bestimmte Medikamente und, seltener, hämatologische Erkrankungen. Nächtliches Schwitzen mit Gewichtsverlust oder Fieber gehört immer abgeklärt, bevor über eine symptomatische Behandlung gesprochen wird.

Als hausärztlich tätiger Arzt beurteilt Dr. Harris diese Fragen im selben Termin. Vor einer Behandlung der Achseln stehen Anamnese und, wo angezeigt, eine gezielte Laboruntersuchung.

Wie die Behandlung mechanistisch wirkt.

Die Schweissdrüsen werden über cholinerge Nervenfasern des sympathischen Nervensystems angesteuert. Der eingesetzte Wirkstoff blockiert die Freisetzung von Acetylcholin an diesen Endigungen. Der Reiz zur Schweissbildung erreicht die Drüse für eine begrenzte Zeit nicht mehr; die Drüse selbst bleibt unversehrt.

Injiziert wird oberflächlich in die Haut des betroffenen Areals, in einem gleichmässigen Raster. Die Wirkung setzt nach etwa zwei bis sieben Tagen ein und hält in dieser Indikation typischerweise länger als im Gesicht — häufig sechs bis neun Monate.

Auf einen Blick

Areal
Achseln (axillär)
Ansatzpunkt
cholinerge Fasern der Schweissdrüsen
Dauer
ca. 20–30 Minuten
Wirkeintritt
2–7 Tage
Wirkdauer
ca. 6–9 Monate
Ausfallzeit
in der Regel keine
Voraussetzung
ärztliche Abklärung der Ursache

Nebenwirkungen — ehrlich benannt.

Die Behandlung der Achseln umfasst zahlreiche kleine, oberflächliche Einstiche; sie wird meist als gut tolerierbar beschrieben. Möglich sind Rötung, kleine Hämatome und ein vorübergehendes Druckgefühl. Bei einem Teil der Behandelten nimmt das Schwitzen an anderen Körperstellen leicht zu (kompensatorisches Schwitzen). Bei Behandlung der Handflächen kann vorübergehend eine leichte Kraftminderung der kleinen Handmuskeln auftreten — dies wird gesondert besprochen. Ein Restrisiko lässt sich nicht vollständig ausschliessen.

Wann eine Behandlung nicht sinnvoll ist.

Wenn eine sekundäre Ursache besteht und nicht abgeklärt ist. Wenn erstlinien-Massnahmen wie Aluminiumchlorid-haltige Antitranspirantien noch nicht versucht wurden — sie sind einfacher, günstiger und bei einem Teil der Betroffenen ausreichend. Bei Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei neuromuskulären Erkrankungen wird nicht behandelt.

Kostenübernahme.

Bei ausgeprägter, ärztlich dokumentierter primärer Hyperhidrose ist eine Kostenübernahme durch die Grundversicherung im Einzelfall möglich, wenn konservative Massnahmen dokumentiert erfolglos geblieben sind. Ob die Voraussetzungen vorliegen, wird individuell geprüft und gegebenenfalls vorgängig mit dem Versicherer geklärt. Eine Zusage kann vorab nicht gegeben werden.

Indikation

Für wen sinnvoll – und wann wir abraten.

Sinnvoll, wenn …

  • das Schwitzen unabhängig von Temperatur und Anstrengung auftritt
  • Antitranspirantien mit Aluminiumchlorid nicht ausreichend geholfen haben
  • der Alltag durch Kleidungswahl oder Vermeidungsverhalten eingeschränkt ist
  • eine sekundäre Ursache ärztlich abgeklärt oder ausgeschlossen wurde

Wir raten ab, wenn …

  • eine nicht abgeklärte Ursache besteht, etwa Nachtschweiss mit Gewichtsverlust oder Fieber
  • einfachere Massnahmen noch nicht versucht wurden
  • eine Schwangerschaft oder Stillzeit besteht
  • eine neuromuskuläre Erkrankung vorliegt
  • eine Überempfindlichkeit gegen den eingesetzten Wirkstoff bekannt ist

Ablauf

So läuft Ihr Termin ab.

1
Konsultation

Wir besprechen Ihre Beschwerden, klären mögliche medizinische Ursachen ab und bestimmen das betroffene Areal. Falls indiziert, planen wir die individuelle Dosierung. CHF 50, bei Behandlung am selben Tag angerechnet.

2
Behandlung

Ca. 20 Minuten. Feine Injektionen in definierte Zonen. Kein Verband, in der Regel keine Ausfallzeit.

3
Nachkontrolle

Nach ca. 2 Wochen kann das Ergebnis bei Bedarf kontrolliert werden. Falls einzelne Punkte ungleichmässig wirken, kann ein kleiner Touch-up sinnvoll sein.

Häufige Fragen

Gut zu wissen.

Wie lange hält die Wirkung?

In dieser Indikation meist länger als im Gesicht — häufig sechs bis neun Monate. Das ist individuell unterschiedlich.

Ist die Behandlung schmerzhaft?

Es sind viele sehr feine, oberflächliche Einstiche. Die meisten Behandelten beschreiben sie als gut tolerierbar. Eine Kühlung oder Betäubungscreme kann vorab besprochen werden.

Schwitze ich danach woanders mehr?

Bei einem Teil der Behandelten nimmt das Schwitzen an anderen Stellen leicht zu. Ausgeprägt ist das selten.

Zahlt die Krankenkasse?

Bei dokumentierter, ausgeprägter primärer Hyperhidrose und erfolglosen konservativen Massnahmen ist eine Kostenübernahme im Einzelfall möglich. Das wird individuell geprüft; eine Zusage kann vorab nicht gegeben werden.

Muss vorher etwas abgeklärt werden?

Ja. Anamnese und, wo angezeigt, eine gezielte Laboruntersuchung, um eine zugrunde liegende Ursache auszuschliessen.

Ist eine Behandlung bei übermässigem Schwitzen sinnvoll?

Wir besprechen Ihre Situation zunächst in einer kurzen ärztlichen Konsultation – oder per WhatsApp, falls Sie vorab eine Einschätzung wünschen. Ohne Verkaufsdruck, mit ehrlicher Indikationsstellung.

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